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Schneeglätte, Blitzeis und Co: Achtung Sturzgefahr!


Überfrorene Schneedecken, Blitzeis und zugefrorene Pfützen: mit der Kälte steigt die Sturzgefahr. Oftmals reicht ein kleiner Ausrutscher, um den Halt zu verlieren. „Besonders für ältere Menschen kann das schwerwiegende Folgen haben“, warnt Prof. Dr. Johannes Zellner, Direktor der Klinik für Unfallchirurgie am Caritas-Krankenhaus St. Josef und rät zur Vorsicht.

Wie wichtig das ist, weiß er aus eigener Erfahrung: „Jedes Jahr, wenn die Temperaturen fallen, behandeln wir rund 100 Patienten, die sich aufgrund von Unfällen in Zusammenhang mit Schneefall und Blitzeis verletzt haben. Sie kommen meist mit Kopfplatzwunden, Bänderdehnungen oder Brüchen zu uns. Besonders häufig sind Brüche am oder in der Nähe des Handgelenks, da die Stürzenden instinktiv versuchen, sich damit abzufangen“, berichtet Prof. Zellner. Nicht ganz so häufig, aber umso schwerwiegender sind Stürze auf den Kopf oder die Hüfte. „Sie können zu einem schweren Schädel-Hirn-Trauma oder einen Oberschenkelhalsbruch führen.“ Vor allem ältere Menschen treffen diese besonders oft und hart wie auch Daten aus dem TraumaRegister der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie e.V. (DGOU) zeigen. „Sie haben häufig ohnehin bereits Probleme mit dem Gleichgewicht oder Gangunsicherheiten. Auch sind ihre Reflexe nicht mehr so schnell. Daher können sie Stürze nicht mehr so leicht abfangen und treffen mit voller Wucht auf dem Boden auf“, erklärt der erfahrene Unfallchirurg.

Ein Oberschenkelhalsbruch im Alter muss nicht mehr der Beginn einer stetigen Abwärtsspirale sein. Dafür hat man am Caritas-Krankenhaus St. Josef als Zentrum für Alterstraumatologie besondere Konzepte entwickelt. Doch „trotz aller medizinischer Fortschritte gibt es immer Menschen, die im Anschluss ihren Alltag nicht mehr alleine zu Hause bewältigen können oder pflegebedürftig werden“, berichtet Oberarzt Dr. Rainer Kretschmer, Leiter der Alterstraumatologie am Caritas-Krankenhaus St. Josef. Deshalb appelliert er besonders an die ältere Generation: „Auch, wenn es schwerfällt: gehen Sie vor allem bei Blitzeis nicht raus. Bleiben Sie, wenn es sich vermeiden lässt, zu Hause. Ich habe schon so viele Patienten erlebt, die `nur mal schnell schauen´ wollten, ob sie streuen müssen. Und schon ist es passiert.“ Wer unbedingt raus müsse, sollte auf festes Schuhwerk mit ausreichend Profil achten oder gleich Schuh-Spikes anlegen. Diese bieten auch bei vermehrtem Schneefall Sicherheit.

Zusätzlich kann es bei Glatteis oder glatten, schneebedeckten Straßen helfen, den sogenannten Pinguin-Gang anzuwenden, also sehr langsame und kleine Schritte zu machen, sich quasi über den Boden zu schieben. Die Füße zeigen beim Pinguin-Gang leicht nach außen und werden stets mit der ganzen Sohle aufgesetzt – das belastete Bein sollte im rechten Winkel zum Boden stehen. Der Körperschwerpunkt wird über dem vorderen Bein ausgerichtet, so dass eine nach vorn geneigte Körperhaltung entsteht. „Aber auch dieser Gang sollte vorher bei normalen, nicht eisigen Bedingungen geübt werden“, gibt Dr. Kretschmer zu bedenken.

 

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