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Früherkennung kann großes Leid verhindern


Am 15. September ist Europäischer Prostata-Tag. Ein Anlass, um den wunden Punkt des Mannes in den Fokus zu rücken. Denn jeder zweite Deutsche leidet ab 50 unter einer vergrößerten Vorsteherdrüse und noch dramatischer: die häufigste Krebserkrankung des Mannes ist Prostatakrebs. Dennoch nimmt Studien zufolge nicht einmal die Hälfte die angebotenen Vorsorgeuntersuchungen wahr. „Dabei sind die Heilungschancen bei einem Prostatakarzinom in einem frühen Stadium sehr gut“, sagt Prof. Dr. Maximilian Burger, Chefarzt der Klinik für Urologie am Caritas-Krankenhaus St. Josef in Regensburg.

Der Direktor des einzigen Uoroonkologischen Zentrums in Süd- und Ostbayern sowie Ordinarius des Lehrstuhls für Urologie der Universität Regensburg hat täglich mit Patienten zu tun, die Prostata-Probleme haben. Er weiß: „Für viele Männer ist das Thema immer noch ein Tabu. Sie gehen erst zum niedergelassenen Urologen, der immer erste Anlaufstelle sein sollte, wenn sie Probleme haben.“ Bei Problemen zum Arzt zu gehen, sei natürlich grundsätzlich richtig. So lange zu warten, bis Probleme auftreten, könne bei Prostatakarzinomen aber fatal sein.

Während die gutartige Vergrößerung der Prostata nämlich zu Symptomen wie einem schwachen Urinstrahl und häufigem Harndrang führt, macht eine bösartige Geschwulst zunächst häufig keine Beschwerden. „Wenn der Tumor jedoch die Harnröhre einengt und so zu Störungen beim Wasserlassen führt, ist er meist bereits relativ groß und hat sich ausgebreitet“, erklärt der Experte.

Vorsorge ab 45 Jahren Kassenleistung

Ab 45 haben Männer einen Anspruch auf eine Vorsorgeuntersuchung beim niedergelassenen Urologen oder Hausarzt. „Dieser tastet die Prostata und die äußeren Genitalien ab. So sollen Tumore und andere Erkrankungen frühzeitig erkannt werden. Die Untersuchung ist vielleicht etwas unangenehm, tut aber nicht weh, dauert nur etwa 15 Minuten und kann im Idealfall viel Leid verhindern“, so Prof. Burger.

Ergänzend dazu bieten viele niedergelassene Ärzte als Selbstzahler-Leistung einen PSA-Test an: einen Bluttest, der die Konzentration eines bestimmten Eiweißes anzeigt, das in der Prostata gebildet wird. „Ab einem Wert von vier Nanogramm pro Milliliter im Blut gilt der Wert als erhöht. Dann empfiehlt es sich, weitere Untersuchungen anzustoßen, um einen Krebsverdacht zu bestätigen oder auszuschließen“, berichtet der Chefarzt. Dass die Ermittlung des PSA-Werts nicht unumstritten, weiß er und erklärt: „Aufgrund des Werts allein kann niemand eine sichere Aussage über eine Krebserkrankung treffen. Zur Diagnostik gehören auf jeden Fall noch eine Tastuntersuchung der Prostata über den Enddarm sowie eine Ultraschalluntersuchung. Aus meiner Sicht ist der Test – richtig angewendet – dennoch sehr wertvoll.“ Dass Prof. Burger sich zu Recht als Experte auf diesem Gebiet bezeichnen darf, zeigt, dass er erst vor Kurzem zum Leiter der Arbeitsgruppe Früherkennung der nationalen S3 Leitlinie Prostatakarzinom berufen wurde. An diesen Leitlinien, die dem aktuellsten Stand der Wissenschaft entsprechen, orientieren sich Ärzte und Behandler deutschlandweit. Sie stellen Empfehlungen dar, die sicherstellen sollen, dass die Patienten optimal behandelt und versorgt werden.

Den Menschen behandeln – nicht den Tumor

Besteht nach diesen Untersuchungen ein begründeter Verdacht auf ein Prostatakarzinom, so folgt eine feingewebliche Untersuchung, die sogenannte Biopsie. Nur damit lässt sich die Diagnose – vor allem im Anfangsstadium – sicher feststellen.

Bestätigt sich der Verdacht auf ein Prostatakarzinom, so müssen jeder Patient und seine Bedürfnisse individuell betrachtet werden. „Wir behandeln den Menschen nicht den Tumor.“ Prof. Burger erläutert, was er damit meint: „Bei einer Erstdiagnose ist nicht das Tumorstadium allein für die Wahl der Therapie entscheidend. Das Alter eines Patienten, weitere Erkrankungen, seine persönliche Einstellung zu einer möglichen therapeutisch bedingten Impotenz ebenso wie seine körperliche wie seelische Belastbarkeit und nicht zuletzt seine Lebenserwartung sind wichtige, die Therapiewahl beeinflussende Faktoren.“ Bei gleichem Tumorstadium könnten daher bei verschiedenen Patienten unterschiedliche Therapien empfohlen werden.

Am Caritas-Krankenhaus St. Josef arbeiten im zertifizierten uroonkologisches Zentrum hochqualifizierte Experten aus allen beteiligten Fachrichtungen zusammen, so dass alle gängigen Verfahren angeboten werden können. „Damit können wir jedem Patienten das für ihn passende Vorgehen anbieten.“ Egal, für welche Behandlung sich Arzt und Patient entscheiden, eines bleibt laut Prof. Burger immer gleich: „Je früher der Krebs erkannt wird, umso besser sind die Heilungschancen. Deshalb kann ich nur allen Männern dringend raten: Gehen Sie zur Vorsorge!“

Der Europäische Prostata-Tag

Urologen- und Patientenverbände aus ganz Europa haben den 15. September zum Europäischen Prostata-Tag erklärt. Ziel des Aktionstages ist es, über Erkrankungen der Prostata, ihre Risiken und Folgen hinzuweisen.

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