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Das Caritas-Krankenhaus St. Josef übt Pandemie-Alarm

Regensburg ist für einen Ebola-Fall gerüstet. Das haben das Team des Caritas-Krankenhauses St. Josef und eine Sondereinsatzgruppe des Malteser-Rettungsdienstes bei einer Übung bewiesen.

Eine Patientin stellt sich in der Notaufnahme des Caritas-Krankenhauses St. Josef mit Symptomen, die auf eine Ebola-Infektion hinweisen: hohes Fieber, Hautausschlag, Durchfall. Die Patientin ist erst vor wenigen Tagen aus einem Afrika-Urlaub zurückgekehrt. Die Mediziner vermuten, dass sie sich im Kongo mit dem Ebola-Virus infiziert haben könnte.

Dieses Szenario, in dem ein hochansteckender Ebola-Patient in die Notaufnahme kommt, haben Mediziner und Pflegende am Caritas-Krankenhaus St. Josef gemeinsam mit dem Malteser-Rettungsdienst am Dienstag, den 21. Januar, geübt. Rund 75 Personen waren an der Übung beteiligt. Der reguläre Betrieb an der Notaufnahme ging während der Übung weiter.

Ein Mitarbeiter der Zentralen Notaufnahme führt die Patientin in das Isolationszimmer, in dem die weitere Behandlung stattfindet

Die Patientin mit Verdacht auf Ebola-Virus, dargestellt von einer Malteser-Mitarbeiterin, trägt mittlerweile Mundschutz und liegt im Isolationsraum. Dort übernehmen eine Ärztin und zwei Pflegekräfte die Erstversorgung – in Schutzkleidung: Sie tragen Gummistiefel, einen Ganzkörper-Schutzanzug und Gummihandschuhe. Der Verdacht auf Ebola verdichtet sich. Ein Krisenstab wird einberufen und eine Sondereinsatzgruppe des Malteser-Rettungsdienstes informiert.

Die Mitarbeiter der Notaufnahme ziehen sich die Schutzkleidung an, um den Verdachtspatienten weiter zu versorgen

„Es ist sehr unwahrscheinlich, dass das Ebola-Virus in der Oberpfalz tatsächlich auftritt“, sagt Priv.-Doz. Dr. Sylvia Pemmerl, die die Übung leitet und stellvertretende ärztliche Leiterin der Notaufnahme ist. Dennoch lässt sich der Ernstfall nicht ausschließen, dass Reisende tödliche Viren einschleppen. „Eine solche Versorgung stellt das Personal vor große Herausforderungen“, sagt Dr. Pemmerl. Deswegen übt sie gemeinsam mit ihrem Team den Pandemie-Alarm.

von links nach rechts: Priv. Doz. Dr. Michael Pawlik (Chefarzt Anästhesie) Dr. Werner Kargl, Leiter Intensivstation, Dominic Matz (Mitarbeiter Malteser Regensburg) Priv. Doz. Dr. Sylvia Pemmerl (Leitung Gesamtübung und stellv. Ärztliche Leitung Zentrale Notaufnahme)

Patienten mit hochansteckenden Infektionskrankheiten wie Ebola müssten in speziellen Behandlungszentren medizinisch versorgt werden, erklärt Dr. Pemmerl weiter. Bayernweit gibt es zwei solcher Fachkliniken, eine in München und eine in Würzburg. Den Transport dorthin übernimmt die Sondereinsatzgruppe (SEG) Infekt der Malteser.

Solche Sondereinsatzgruppen gibt es in Bayern in jedem Regierungsbezirk, erklärt Tobias Neuhoff, Leiter der SEG Infekt Oberpfalz. Eine solche Einheit betreibt der Malteser Hilfsdienst seit dem Jahr 2002. Zunächst war die SEG Infekt Oberpfalz nur zuständig für Pocken und Milzbrand. Mittlerweile verfügen die Malteser über modernste Schutzausrüstung, sodass auch Patienten mit anderen hochansteckenden Erkrankungen wie Ebola versorgt werden können. Die Einheit der Malteser kann bayernweit für einen Einsatz herangezogen werden.

Dekontamination der Einsatzkräfte SEG Infekt Malteser Rettungsdienst vor der Zentralen Notaufnahme. Im Hintergrund zu sehen, einige Beobachter und Teilnehmer der Übung

Die SEG Infekt Oberpfalz rückt zur Übung am Caritas-Krankenhaus St. Josef mit über 40 Einsatzkräften und sieben Fahrzeugen an. Die Sanitäter packen kistenweise Material aus, darunter Schutzanzüge, Dekontaminationswannen und Atemschutzmasken. Bald sind die Rettungssanitäter in blaue Spezialanzüge gekleidet, ein Gebläse in der Kopfhaube sorgt für Überdruck in den Anzügen, sodass keine Luft von außen ins Innere gelangen kann. So geschützt betreten die Retter den Isolationsraum, in der die Ebola-Patientin liegt. Diesen direkten Zugang vom Parkplatz in den Isolationsraum der Notaufnahme gibt es in ganz Regensburg nur am Caritas-Krankenhaus St. Josef.

Die Gruppe ist nun für den Transport der hochgradig ansteckenden Patientin in die nächstgelegene Fachklinik zuständig. Die Patientin wird nach der Blutentnahme umgelagert auf eine spezielle Trage mit Isolator. Es gelten höchste Sicherheitsvorschriften, um das Personal oder andere Menschen vor einer Ansteckung zu schützen. Anschließend hilft die Regensburger Berufsfeuerwehr bei der Dekontamination der Einsatzkräfte und des Klinikpersonals.

Nahaufnahme der Dekontamination der Einsatzkräfte

Zweieinhalb Stunden nachdem sich die Patientin vorgestellt hat, endet die Übung. „Ich hoffe nicht, dass der Ernstfall jemals eintritt“, sagt Diözesan-Caritasdirektor Michael Weißmann. „Trotzdem ist es beruhigend zu wissen, dass wir dafür gewappnet sind.“

Bildquelle: Johann Kräh / Caritas-Krankenhaus St. Josef

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