Wir über uns

Regensburger Ärzte im Einsatz in Myanmar


10.12.2018 // Ein Team des Caritas-Krankenhauses St. Josef und des Universitätsklinikums operierte in Südostasien Menschen mit Fehlbildungen oder Kriegsverletzungen. Zwölf Tage waren die Ärzte dort, opferten Urlaubstage und Freizeit.

Es war Hilfe für diejenigen, die sie am nötigsten brauchen: In Myanmar haben Ärzte aus Regensburg Menschen eine Behandlung ermöglicht, denen der Zugang zu einer angemessenen medizinischen Versorgung ansonsten versperrt geblieben wäre. Denn das, was bei uns als selbstverständlich gilt, ist in dem von jahrzehntelangem Bürgerkrieg und Armut geprägten Land für die meisten Menschen undenkbar. Vor Kurzem waren die Chefärzte des Caritas-Krankenhauses St. Josef, Professor Dr. Dr. Lukas Prantl (Plastische und Ästhetische Hand- und Wiederherstellungschirurgie) und Privatdozent (PD) Dr. Michael Pawlik (Anästhesie), mit den beiden Oberärzten Dr. Phillip Lamby und Dr. Vanessa Brébant (Plastische und Ästhetische Hand- und Wiederherstellungschirurgie), mit Jörg Seifert und Lea Pawlik von der Anästhesieabteilung sowie mit Dr. Hans-Christoph Aigner (Anästhesie) und Dr. Thiha Aung (Plastische und Ästhetische Hand- und Wiederherstellungschirurgie) vom Regensburger Universitätsklinikum für zwölf Tage in Mandalay – um Menschen in Not zu operieren.

Das Team aus Regensburg zusammen mit Ärzten und Schwestern des General Hospital in Mandalay
Prantl/ Caritas-Krankenhaus St. Josef

Die Patienten, die im General Hospital in Mandalay auf die Mediziner aus Regensburg warteten, hatten ganz unterschiedliche Krankheitsbilder: Sie litten unter den Folgen von Verbrennungen und Verletzungen, Tumor-Erkrankungen oder an Kiefer-, Lippen- und Gaumenspalten. Ihre Gesichter waren teils entstellt, was in dem südostasiatischen Land häufig als göttliche Strafe gesehen wird. Die Patienten hofften auf Heilung – und darauf, wieder Teil der Gesellschaft zu werden.

Stromausfall während der OP

So wie die Eltern des vier Monate alten Babys, dessen klaffende Lippe Prof. Prantl mit seinen Kollegen operierte. Das Kind hatte eine Mund-Kiefer-Gaumen-Spalte, wie sie in Myanmar häufig vorkommt. In der Klinik in Mandalay, der zweitgrößten Stadt des Landes, fehlte es an vielem – nicht nur an medizinischen Instrumenten und Material, das Prantl aus der Heimat mitgebracht hatte. Während der Operation wurde es plötzlich dunkel. Stromausfall. Die einheimischen Ärzte und Pfleger kannten solche Zwischenfälle bereits. Die Regensburger nicht. Das Beatmungsgerät und die Überwachungsmonitore standen still.Nun war Improvisationstalent gefragt, um die Beatmung der Patienten ohne Strom sicherzustellen. Mit Stirnlampe und Handbeatmung wurde weiter operiert. Mit Erfolg.

Auf dem Gang vor dem Operationssaal wartete die Familie des operierten Babys. Niemals hätten sich die Eltern die medizinische Versorgung ihres Kindes leisten können. Die Behandlung kostete 1000 Dollar – bei einem durchschnittlichen Gehalt von 100 Dollar pro Monat für eine Familie in Myanmar ist das eine unbezahlbare Operation.

Prof. Dr. Lukas Prantl, Direktor der Klinik für Plastische und Ästhetische Hand- und Wiederherstellungschirurgie am Caritas-Krankenhauses St. Josef in Regensburg, hat den Hilfseinsatz des Regensburger Ärzteteams in Myanmar initiiert.
Prantl/ Caritas-Krankenhaus St. Josef

Hilfseinsatz auch für 2019 geplant

Finanziert wurde die Hilfsaktion mit Unterstützung des Regensburger Rotary Clubs Porta Praetoria und mit Spenden, die anlässlich des 50. Geburtstages von Prantl eingegangen waren. Das Krankenhaus St. Josef lieferte zudem Material für den Einsatz. Caritasdirektor Michael Weißmann: "Es ist für uns als katholischer Träger eines Krankenhauses selbstverständlich, dass wir den Einsatz unseres Teams in jeder Hinsicht unterstützen. Natürlich macht es uns stolz, dass ein ganzes Team unserer Mitarbeiter Urlaubstage und Freizeit opfert und ein solches Hilfsprojekt im Ausland unterstützt."

Bereits vor zwei Jahren waren Prof. Prantl und PD Dr. Pawlik bei einem Hilfseinsatz in Myanmar. Damals waren sie mit Interplast unterwegs gewesen, einem vor 25 Jahren gegründeten gemeinnützigen Verein,
der kostenlos Operationen im Bereich der plastischen Chirurgie in Entwicklungsländern durchführt. Die Eindrücke waren so nachhaltig, dass Prantl beschloss, ein eigenes Team aus Regensburg auf die Beine zu stellen, um nochmals operative Hilfe nach Myanmar zu bringen. Es dauerte nicht lange, bis sich ein Team zusammengefunden hatte.

Die Ärzte nahmen Eindrücke aus einer ganz und gar anderen medizinischen Welt mit zurück nach Regensburg. Und darüber hinaus: die große Dankbarkeit, die ihnen die Patienten in Mandalay entgegengebracht haben. Pawlik: "Es ist schön zu sehen, dass die Hilfe direkt da ankommt, wo sie dringend gebraucht wird." Und eben aus diesem Grund planen die Ärzte den Hilfseinsatz in Myanmar für das kommende Jahr erneut.

 

Dank Ihrer Unterstützung ist es uns möglich gewesen, notleidenden Kindern und Erwachsenen in Myanmar zu helfen, wieder ein möglichst normales Leben zu führen. Wir möchten unsere Hilfe in den nächsten Jahren gerne weiter ausbauen und bitten Sie darum, auch weiterhin Ihr Vertrauen in uns zu setzen und uns dabei zu unterstützen.

Spendenkonto:
Sozialfonds RC Regensburg-Porta
Praetoria e.V.
Stichwort: Myanmar
IBAN: DE63 7505 0000 0026 7597 12
BIC: BYLADEM1RBG


Kontakt Anfahrt Seite drucken© 2002-2017 Caritas-Krankenhaus St. Josef | Impressum | Datenschutz | Sitemap | Design & Programmmierung