Klinik für Chirurgie

Proktologische Operationen

Perianalabszeß und Analfistel

Anorektale Abszesse und Fisteln sind Erscheinungsbilder einer kryptoglandulären Infektion der Proktodealdrüsen. Die akute Verlaufsform ist der Abszeß; die Analfistel stellt das chro-nische Stadium dar, wenngleich nicht jeder Fistel ein Abszeß vorangehen muß. Typische Symptome sind Schmerzen am After, ggf. verbunden mit Eitersekretion und Fieber.
Im akuten Stadium (Abszeß) ist die unverzügliche Entlastung durch Eröffnung des Abszesses in Kurznarkose die Therapie der Wahl. Während der Operation muß eine Analfistel ausgeschlossen werden. Alle Fisteln, die maximal das untere Drittel der Schließmuskelmuskulatur durchdringen, können ohne Verlust der Kontinenz komplett gespalten werden. Die Wunde heilt sekundär.
Analfisteln, die direkt durch den Schließmuskel verlaufen, müssen erst mit einer Fadendrainage behandelt werden und können nach Abheilung definitiv verschlossen werden: Bei der Fistelausschneidung wird der Fistelgang vollständig mit Narbengewebe entfernt, und die Wunde wird durch eine Verschiebelappenplastik ("Läppchenplastik") verschlossen. Eine effektive Alternative bei Analfisteln stellt eine neue innovative Methode, der "Anal Fistula Plug" dar, der an unserer Klinik seit 2006 angewandt wird. Hierbei wird die Fistel durch einen Kollagenplug verschlossen, so daß dies eine schonende und schmerzarme Operationsmethode darstellt, bei der der Schließmuskel nicht verletzt werden kann.

Analfissur

Die Analfissur ist durch einen Einriß der Haut bzw. Schleimhaut am After charakterisiert. Hauptsymptome sind intensiver Schmerz bei oder nach der Stuhlentleerung und Blutabgang. Die akute Analfissur heilt unter konservativer Behandlung meist innerhalb von 3 - 6 Wochen aus. Bei fehlender Heilung kann sich jedoch eine chronische unkomplizierte Fissur ausbilden, die selten auch zu einer komplizierten Fissur mit Ausbildung eines wahrgenommenen "Polypen" (hypertrophe Analpapille) führt.
Die konservative Behandlung der akuten und chronischen unkomplizierten Analfissur führt bei 90 % der Patienten zu einer vollständigen und zuverlässigen Ausheilung innerhalb von 3 - 6 Wochen. Hierbei ist die lokale Anwendung von Diltiazem-Salbe zum Therapiestandard geworden. Die lokale Applikation führt über eine direkte Relaxation des inneren Schließmuskels zu einer raschen Schmerzreduktion und zuverlässigen Abheilung. Die operative Behandlung ist infolge der hohen Wirksamkeit der konservativen Therapie nur dann notwendig, wenn die Salbenbehandlung erfolglos bleibt. Hingegen ist bei der komplizierten chronischen Analfissur die lokale Fissurektomie mit Ausschneiden des entzündlichen Gewebes das beste Vorgehen. Der Eingriff kann ambulant durchgeführt werden und bedarf keiner Darmvorbereitung.

Hämorrhoiden

Beim Hämorrhoidalleiden kommt es infolge vielfältiger Ursachen zu einer Vergrößerung des Corpus cavernosum recti, das zu Blutung, Schmerzen, Jucken, Brennen sowie zum Vorfall der Hämorrhoiden nach außen führen kann. Während innere Hämorrhoiden (Grad I und II) ohne Operation behandelt werden, sollte bei äußeren Hämorrhoiden (Grad III und IV) operiert werden. Ziel jeder Behandlung muß die Beseitigung von Symptomen sein, nicht die Beseitigung der gesamten Hämorrhoiden, die für die Kontinenzleistung eine wichtige Funktion einnehmen.
Die Indikation zur Operation ist das symptomatische prolabierende Hämorrhoidalleiden. Seit ca. 10 Jahren werden die äußeren Hämorrhoiden nicht mehr konventionell, d .h. mit Schnitten am After, sondern minimal invasiv operiert. Hierbei werden die vergrößerten Hämorrhoiden "im After", d. h. ohne äußere Wunde, mit einem speziellen Klammernahtgerät ("Stapler") reduziert. Hauptvorteil dieser Methode ist die reduzierte Schmerzsymptomatik. Die Operation erfordert einen eintägigen stationären Aufenthalt, es ist keine Darmvorbereitung nötig.

 
Abbildung: Minimal invasive Operation der Hämorrhoiden

Rektumprolaps und chronische Obstipation

Der "Rektumprolaps" ist ein Vorfall des Enddarms, der beim Pressen oder spontan vorliegen kann. Die unterschiedlichen Prolapsstadien sind häufig Folgezustände chronischer Verstopfung (Obstipation), die in drei Viertel der Fälle bei weiblichen Patienten auftreten.

Typische Symptome sind unvollständige Stuhlentleerung, heftiges Pressen, wiederholte Versuche, Druckgefühl und Schmerzen. Nicht wenige Patientinnen können nur mit manuellem Druck auf die Scheide auf Toilette gehen. Besteht die Verstopfung lange Zeit, sind sekundäre Veränderungen des Beckenbodens, z. B. Beckenbodensenkung, Ausbuchtung zur Scheide (Rektozele) oder Hämorrhoidenvorfall, möglich. Prinzipiell kann
der Rektumprolaps kombiniert mit jeder anderen Störung des Beckenbodens auftreten.

Die chirurgische Behandlung des Rektumprolapses ist abhängig von den Symptomen
und dem Ausmaß des Enddarmvorfalls: Liegt ein Enddarmvorfall vor, der nur beim Pressen oder Anstrengung auftritt, kann dieser minimal invasiv, d. h. ohne äußere Wunde und damit ohne sichtbare Schnitte, mit einer Klammernahtmethode ("STARR-Operation") operiert werden. Besteht hingegen ein äußerer Vorfall bereits in Ruhe, sind zwei Operationsverfahren möglich: zum einen ebenfalls "durch den After" ("ContourTranstar-Operation") oder in Schlüssellochtechnik über den Bauchraum ("Rektopexie"). Die Frage, welche Operation letztendlich die beste ist, wird individuell mit den Patientinnen bzw. den Patienten festgelegt.

 
Abbildung: Operation bei Rektumvorfall "durch den After" (STARR-Operation)

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