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Department of Urology
Professorate for Urology
of Regensburg University

Indications

Hintergrund

Das Prostatakarzinom ist der häufigste bösartige Tumor des Mannes in der westlichen Welt. Allein in Deutschland wurden im Jahr 2004 über 58000 Neuerkrankungen registriert. Da der Tumor nur in frühen Stadien geheilt werden kann und hier meist keine Beschwerden verursacht, kommt der Früherkennung eine entscheidende Bedeutung zu. Die Eckpfeiler der Früherkennung bestehen aus einer Abtastung der Prostata und der Bestimmung des PSA-Wertes (prostataspezifisches Antigen) im Blut. Bei Auffälligkeiten erfolgt meist eine ultraschallgesteuerte Biopsie der Prostata. Da ein Karzinom im gewöhnlichen Ultraschall nicht sicher darstellbar ist, erfolgt die Biopsie nach einem bestimmten Schema (z.B. 8 fach, 10 fach oder mehr Biopsien). Große Studien konnten jedoch zeigen, dass bei der sog. randomisierten Biopsien bis zu 35% der Prostatakarzinome übersehen werden.

Prinzip der Elastographie

Ein Verfahren zur verbesserten Erkennung des Prostatakarzinoms ist die Elastographie. Bei diesem Ultraschallverfahren wird die Prostata durch die transrektale Ultraschallsonde mit saften Druckbewegungen komprimiert und dekomprimiert. Tumorgewebe ist im Vergleich zu normalem Prostatagewebe härter und lässt sich daher weniger leicht komprimieren [2]. Dieses Phänomen wird vom Ultraschallgerät verarbeitet und farbkodiert dargestellt. Harte, und somit krebsverdächtige Areale, erscheinen blau (s. Abb. 1). Solche Areale können unter lokaler Betäubung gezielt biopsiert werden. Studien konnten zeigen, dass die Wahrscheinlichkeit, einen Tumor elastographiegesteuert zu treffen, gegenüber der randomisierten Biopsie ca. drei mal höher ist [1,2]. Weitere Studien konnten belegen, dass Prostatakarzinome in 72 – 93% der Fälle mittels Elastographie erkannt werden [3-5]. Dennoch muss dem Patienten erklärt werden, dass ein unauffälliger Befund in der Elastographie ein Prostatakarzinom nicht sicher ausschließen kann.

Ablauf der Untersuchung

Bei der Untersuchung liegt der Patient in bequemer Linksseitenlage. Die erhobenen Befunde werden in Form von Bildern und Filmsequenzen gespeichert und dem Patient unmittelbar nach der Untersuchung am Monitor demonstriert. Über die Empfehlung einer Biopsie kann im Anschluss diskutiert werden. Die Untersuchung dauert ca. 10 Minuten und ist in der Regel nicht schmerzhaft.
Im Falle einer Biopsie sollte der Patient einen Tag zuvor mit der Einnahme eines Antibiotikums beginnen, welches vom Arzt für insgesamt vier Tage verschrieben wird. Weiterhin sollten Medikamente zur Hemmung der Blutgerinnung (ASS, Plavix, Marcumar) nach Rücksprache mit dem Hausarzt abgesetzt und ggf. gegen Heparinspritzen ersetzt werden.
Bei der Biopsie werden verhärtete Areale elastographiegesteuert dargestellt und nach lokaler Betäubung gezielt biopsiert. Im Anschluss wird meist zusätzlich eine randomisierte Biopsie der Prostata durchgeführt.

Eine elastographiegesteuerte Biopsie ist vor allem bei denjenigen Patienten sinnvoll, die bereits eine oder mehrere Prostatabiopsien mit unauffälligem Ergebnis hatten, der PSA-Wert aber trotzdem erhöht bleibt oder gar ansteigt.

Terminvereinbarung

Eine Terminvereinbarung ist unter folgender Nummer möglich: 0941-7823511

Literatur

1. Ganzer R, Brandtner A, Wieland WF, Fritsche HM. Prospective blinded comparison of real-time sonoelastography targeted versus randomised biopsy of the prostate in the primary and re-biopsy setting. World Journal of Urology 2011 Apr 26 [Epub ahead of print]

2. Pallwein L, Mitterberger M, Struve P, Horninger W, Aigner F, Bartsch G, Gradl J, Schurich M, Pedross F, Frauscher F: Comparison of sonoelastography guided biopsy with systematic biopsy: impact on prostate cancer detection. Eur Radiol, 2007 Sep; 17 (9):2278-85.

3. Krouskop TA, Younes PS, Srinivasan S, Wheeler T, Ophir J: Dinnerences in the compressive stress-strain response of infiltrating ductal carcinomas with and without lobular features-implications for mammography and elastography. Ultrason Imaging, 2003 Jul; 25 (3); 162-70.

4. Pallwein L, Mitterberger M, Pinggera G, Aigner F, Pedross F, Schurich M, Bartsch G, zur Nedden D, Frauscher F: Sonoelastography of the prostate: comparison with systematic biopsy findings in 492 patients. Eur J Radiol, 2008 Feb; 65 (2): 304-10.

5. Sumura M, Shigeno K, Hyuga T, et al.: Initial evaluation of prostate cancer with real-time elastography based on step-section pathologic analysis after radical prostatectomy: a preliminary study. Int J Urol, 2007; 14(9):811–16

6. Miyanaga N, Akaza H, Yamakawa M: Tissue elasticity imaging for diagnosis of prostate cancer: a preliminary report. Int J Urol, 2006; 13(12):1514–18

 

   

 



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