Gefäßchirurgie
Medizinisch werden diese Erkrankungen als periphere arterielle Verschlußkrankheiten bezeichnet (PAVK), da sie überwiegend peripher, d. h. an den Beinen, auftreten.
Zum Aufgabengebiet der Gefäßchirurgie zählen ebenso die operative Behandlung von Krampfadern und der Einbau von Herzschrittmachern. Für eine Ernährungs- oder Chemotherapie können venöse Verweilkatheter (Portsysteme) eingebaut werden, um einen langfristigen venösen Zugang zu sichern. Damit ist es möglich, unter Schonung der Armvenen über eine Portkammer dem Patienten Nährlösungen zu verabfolgen oder eine Chemotherapie im Rahmen der Krebsbehandlung durchzuführen. Ein weiteres wichtiges Aufgabengebiet sind operative Maßnahmen an den Armvenen für eine notwendige Blutwäsche bei nierenkranken Patienten. Periphere arterielle VerschlusskrankheitDurch vielfältige Faktoren, wie beispielsweise Rauchen, Übergewicht, Diabetes und andere Stoffwechselerkrankungen, kommt es zur Verengung von Schlagadern (Arterien). In den verengten Adern kann sich dann ein Blutpfropf festsetzen und das Gefäß vollständig verschließen. In den meisten Fällen sind die Becken- und Beingefäße betroffen. Die Muskulatur wird durch die Gefäßverengung oder den Verschluß ungenügend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Wird die Erkrankung nicht rechtzeitig behandelt, sterben im ungünstigsten Fall der Fuß oder sogar das ganze Bein ab und müssen amputiert werden.
Im Anfangsstadium können die verengten Blutgefäße durch spezielle operative Methoden gesäubert, aufgedehnt und mit inneren Schienen, quasi Stützkorsetts für die Arterien (Stents), versehen werden. Dies ist teilweise sogar mit schonenden, sogenannten minimal invasiven Operationsmethoden möglich.
Ein grundlegendes Behandlungsprinzip ist die Wiederherstellung des Blutflusses durch Austausch der geschädigten Gefäße oder durch Schaffung einer künstlichen Umgehung. Dies wird als Bypass-Prinzip bezeichnet. Als Gefäßersatzmaterial dienen umgewandelte körpereigene Venen, aber auch künstliche Gefäße. Diese haben dank des medizinischen Fortschrittes sehr gute Materialeigenschaften, bewirken eine gute Einheilung und stellen somit einen optimalen Gefäßersatz dar. | | Die Abbildung zeigt ein operativ eingesetztes künstliches Gefäß |
Anlage von Dialyse-Shunts zur BlutwäscheChronisch nierenkranke Patienten benötigen eine ständige künstliche Blutwäsche, um die mangelnde oder völlig fehlende Entgiftungsfunktion der Nieren zu ersetzen oder auszugleichen. Das körpereigene, schadstoffbelastete Blut wird am Arm abgezogen, in medizinisch-technisch hochwertigen Aggregaten gesäubert und über die Armvenen wieder zugeführt. Alternativ kann eine Blutwäsche auch durch Spülungen der Bauchhöhle, der sogenannten Bauchdialyse, erreicht werden. Bei den meisten Patienten ist allerdings etwa alle zwei Tage ein Blutaustausch über Armvenen notwendig.
Die häufigen Venenpunktionen und die benötigten hohen Flußmengen im Vergleich zu einer normalen Blutentnahme am Arm erfordern großkalibrige Punktionsnadeln und damit auch dickere, robustere Armvenen. Gefäßchirurgen müssen deshalb häufig Armvenen zur Er-weiterung operativ umwandeln, damit diese den manchmal langjährigen Punktionen standhalten und quasi "shunttauglich" werden. In der Regel wird dazu zunächst eine Verbindung zwischen einer Armarterie und einer Vene geschaffen. Dies führt allmählich zur beabsichtigten Venenerweiterung. Bei ungeeigneten Venen oder Erfolglosigkeit müssen auch am Arm künstliche Gefäße als Venenersatz eingesetzt werden. | | Die Abbildung zeigt eine operativ geschaffene deutlich erweiterte Armvene in Vorbereitung für die notwendige Blutwäsche |
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